Personal Branding

Vom viralen Format zur Personal Brand: Wie Janick Wartmann Social Media für sich entdeckte

Josan Marteen Croos

Marketing

Einleitung

Personal Branding entsteht nicht immer nach einem festen Plan. Manchmal beginnt es mit einer spontanen Idee, einem einzelnen Video und plötzlich erreicht der Content Zehntausende Menschen. Genau so entwickelte sich die Personal Brand von Janick Wartmann. Neben dem Aufbau seiner Webagentur Kingofon begann Janick, verstärkt Content über seine Persönlichkeit, seinen Alltag und seine unternehmerische Entwicklung zu veröffentlichen. Dabei entstand ein Format, das besonders viel Aufmerksamkeit generierte, gleichzeitig aber später auch für Kritik sorgte.

Alles begann mit einer echten Begegnung

Das erste Video des Formats war ursprünglich gar nicht als wiederkehrende Content-Serie geplant. Janick hatte unterwegs eine Frau gesehen. Zwischen den beiden entstand Blickkontakt und Janick wollte die Person tatsächlich wiederfinden. Noch am entsprechenden Ort nahm er ein Video auf und erzählte seiner Community von der Begegnung. Dabei beschrieb er unter anderem, wo die Begegnung stattgefunden hatte, ungefähr zu welcher Uhrzeit und wie er die Person in Erinnerung hatte. Das Video entwickelte eine unerwartet hohe Reichweite. Menschen kommentierten, teilten den Beitrag und beteiligten sich an der Suche. Aus einer persönlichen Situation war innerhalb kurzer Zeit eine Geschichte geworden, die zahlreiche Menschen auf Social Media verfolgen wollten.

Aus einer echten Suche wurde ein Content-Format

Der Erfolg des ersten Videos zeigte Janick, dass diese Art von Storytelling funktionierte. Also griff er die Grundidee erneut auf. Insgesamt entstanden ungefähr acht Videos nach einem ähnlichen Prinzip. Wenn es unterwegs beispielsweise zu Blickkontakt oder einer interessanten Begegnung kam, erzählte Janick die Situation anschliessend auf Social Media. Die Motivation hatte sich gegenüber dem ersten Video allerdings verändert. Während Janick die Person aus dem ursprünglichen Video tatsächlich wiederfinden wollte, stand bei den späteren Videos zunehmend das Content-Format selbst im Mittelpunkt. Die Geschichten wurden Teil seines Personal Brandings und mit Inhalten aus seinem Business-Alltag verbunden.

Mit der Reichweite kam die Kritik

Mit wachsender Aufmerksamkeit veränderte sich auch die Wahrnehmung des Formats. Einige Zuschauer kritisierten, dass Janick in seinen Videos teilweise Informationen wie den Ort, eine ungefähre Uhrzeit oder Merkmale der Kleidung erwähnte. Daraus entstand der Vorwurf, Janick würde Frauen beobachten. In Kommentaren wurde er teilweise sogar als „Stalker“ bezeichnet. Für Janick stand hinter den späteren Videos jedoch nicht die Absicht, einer Person nachzustellen oder sie um jeden Preis ausfindig zu machen. Für ihn hatte sich die ursprüngliche Idee längst zu einem Social-Media-Format entwickelt. Trotzdem zeigte die Kritik einen wichtigen Punkt auf.

Absicht und Wahrnehmung sind nicht dasselbe

Ein Creator kennt die Geschichte und die Absicht hinter seinem eigenen Content. Ein Zuschauer sieht möglicherweise nur ein kurzes Video auf TikTok oder Instagram. Dadurch können zwei völlig unterschiedliche Wahrnehmungen entstehen. Was für Janick als Storytelling und wiederkehrendes Personal-Branding-Format gedacht war, konnte auf andere Menschen persönlicher oder unangenehmer wirken. Gerade die Kombination aus Ort, ungefährer Uhrzeit und Beschreibung einer fremden Person wurde von einigen Zuschauern kritisch wahrgenommen.

Für Janick entstand daraus eine wichtige Erkenntnis:

Beim Personal Branding zählt nicht nur, was mit einem Inhalt beabsichtigt wird. Entscheidend ist ebenfalls, wie dieser Inhalt bei anderen Menschen ankommt.

Warum Janick das Format beendet hat

Vor rund drei Monaten entschied sich Janick, keine weiteren Videos dieses Formats zu veröffentlichen. Damit endete die Serie nach ungefähr acht Beiträgen. Der Grund dafür war nicht, dass das Konzept keine Aufmerksamkeit mehr erzeugte. Vielmehr sollte sich seine Personal Brand weiterentwickeln und langfristig nicht von einem einzigen Format abhängig sein.

Reichweite ist nicht gleich Personal Branding

Die Entwicklung des Formats zeigte Janick einen wichtigen Unterschied zwischen viralem Content und dem tatsächlichen Aufbau einer Personal Brand. Ein einzelnes Video kann innerhalb kürzester Zeit enorme Aufmerksamkeit erzeugen. Eine Personal Brand entsteht dagegen über einen längeren Zeitraum. Sie wird dadurch geprägt, welche Inhalte eine Person veröffentlicht, welche Werte sie vermittelt, wie sie auf Reaktionen eingeht und wofür Menschen sie langfristig kennen. Nicht jeder Content, der Reichweite erzeugt, muss deshalb dauerhaft weitergeführt werden.

Die nächste Phase von Janicks Personal Brand

Heute soll Janicks Content nicht mehr von dieser einen Serie bestimmt werden. Seine Personal Brand entwickelt sich weiter und verbindet unterschiedliche Bereiche seines Lebens, von Social Media und persönlichen Erlebnissen bis hin zu Unternehmertum und dem Aufbau von Kingofon. Gerade diese Entwicklung macht Personal Branding interessant. Es geht nicht darum, vom ersten Tag an die perfekte Strategie zu besitzen. Es geht darum, Dinge auszuprobieren, Reaktionen zu verstehen und die eigene Positionierung kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Was diese Erfahrung mit Kingofon zu tun hat

Auch für die Arbeit bei Kingofon liefert diese Erfahrung eine wichtige Erkenntnis. Eine Marke wird nicht ausschliesslich dadurch definiert, was ein Unternehmen oder eine Person über sich selbst sagt.

Eine Marke entsteht vor allem durch die Wahrnehmung anderer Menschen.

Design, Kommunikation, Storytelling, Social Media und der gesamte digitale Auftritt beeinflussen diese Wahrnehmung. Janicks eigene Personal Brand wurde dadurch selbst zu einem praktischen Beispiel dafür, wie schnell Aufmerksamkeit entstehen kann und wie wichtig es anschliessend ist, diese Aufmerksamkeit in eine langfristige Positionierung zu verwandeln.

FAQs

Wie entstand Janick Wartmanns ursprüngliches Suchformat?

Das erste Video entstand aus einer echten Begegnung. Janick hatte eine Frau gesehen, mit der es zu Blickkontakt gekommen war, und wollte sie tatsächlich wiederfinden. Nachdem das Video eine hohe Reichweite erzielte, entwickelte sich daraus ein wiederkehrendes Content-Format.

Wie oft veröffentlichte Janick solche Videos?

Insgesamt entstanden ungefähr acht Videos nach diesem Prinzip.

Warum wurde das Format kritisiert?

Janick erwähnte teilweise den Ort, eine ungefähre Uhrzeit sowie Merkmale der jeweiligen Person. Einige Zuschauer empfanden diese Art der Beschreibung als problematisch und warfen ihm unter anderem vor, Frauen zu beobachten.

Wollte Janick jede Person tatsächlich wiederfinden?

Nein. Beim ersten Video wollte Janick die Person tatsächlich wiederfinden. Bei den späteren Videos entwickelte sich die Grundidee zunehmend zu einem Content und Personal-Branding-Format.

Warum hat Janick das Format beendet?

Janick beendete das Format vor rund drei Monaten. Seine Personal Brand sollte sich weiterentwickeln und langfristig nicht auf dieses eine Format reduziert werden.

Was hat Janick daraus gelernt?

Die Erfahrung zeigte ihm insbesondere den Unterschied zwischen Absicht und öffentlicher Wahrnehmung. Hohe Reichweite bedeutet nicht automatisch, dass daraus eine langfristig starke Personal Brand entsteht.

Schlussgedanken

Janick Wartmanns bisherige Social-Media-Entwicklung zeigt, wie schnell aus einem spontanen Moment ein erfolgreiches Format entstehen kann. Gleichzeitig zeigt sie, dass Personal Branding mehr bedeutet als möglichst hohe Aufrufzahlen. Content entwickelt sich. Menschen entwickeln sich. Und auch eine Personal Brand darf ihre Richtung verändern. Das ehemalige Suchformat war ein Teil dieser Entwicklung – aber nicht das Endprodukt von Janick Wartmanns Personal

Brand.

Die nächste Phase hat längst begonnen.